Logo: Zentrales Knochenmarkspender-Register für die Bundesrepublik Deutschland gemeinnützige GmbH
» Die Wahrscheinlichkeit zu weiteren Untersuchungen
gebeten zu werden liegt bei 10%. «
Nur etwa 1% der registrierten Spender spenden tatsächlich Blutstammzellen
» Das ZKRD verfügt über Daten von über 7.000.000
potenziellen Spendern aus ganz Deutschland! «
Jährlich werden über 3.000 Transplantationen mit einem deutschen Spender durchgeführt.
» Das ZKRD ist die größte Datenbank in Europa und
eines der leistungsfähigsten Register weltweit. «
Jährlich werden rund 30.000 Anfragen aus dem In- und Ausland bearbeitet.
» Das ZKRD kann auf Daten von weltweit
rund 30.000.000 Spendern zugreifen! «
Für 9 von 10 Patienten wird ein geeigneter Spender gefunden.
» 75% der Patienten haben nach 3 Monaten
ihren passenden Spender gefunden! «
Häufige HLA-Merkmale kommen in Deutschland mit einer Frequenz von 1:300 vor.
 

Glossar

Hier erklären wir Ihnen einige relevante Fachbegriffe. Einfach ein Stichwort anklicken und schon erscheint die Erklärung dazu.

 
Abstoßungsreaktion
Abwehrreaktion des Körpers z. B gegen Fremdgewebe
Abwehrsystem Agranulozytose
Fehlen der Granulozyten im Blut
ALL
Akute lymphatische Leukämie. Eine akut verlaufende Leukämie, die vom lymphatischen Gewebe ausgeht. Dabei sind die Vorläuferzellen der Lymphozyten bösartig entartet.
Allogen
Von allos (gr.), anders verschieden. Auf eine Organverpflanzung (Transplantation) bezogen bedeutet dies, dass das zu verpflanzende Organ (auch die Blutstammzellen) von einer anderen Person stammt.
Allogene Transplantation
Hier: Übertragung von Blutstammzellen aus Knochenmark, peripherem Blut oder Nabelschnurblut von einem gesunden Menschen auf einen geeignet vorbereiteten („konditionierten“) Patienten.
AML
Akute myeloische Leukämie ist eine bösartige Erkrankung des blutbildenden Systems. Hierbei ist die Bildung der Granuloyzten und Monozyten gestört.
Anämie
Blutarmut. Verminderung der roten Blutkörperchen oder ihres Blutfarbstoffgehalts.
Antikörper
Ein Antikörper ist ein Eiweiß, das zur Abwehr eines Krankheitserregers, der in den Körper eingedrungenen ist, vom Immunsystem gebildet wird.
Apherese
Die Apherese ist ein Verfahren um im Blut enthaltene Blutstammzellen herauszufiltern. Hierfür wird das Blut des Spenders durch einen Zellseparator geleitet. Dabei werden die Blutstammzellen abzentrifugiert. Danach werden die restlichen Blutbestandteile wieder zurückgeführt. Dieser Vorgang dauert in der Regel 3-4 Stunden.
Aphereseeinheit
In einer Aphereseeinheit werden die peripheren Blutstammzellentnahmen durchgeführt. Sie ist meist an einer Universitätsklinik oder einem Institut für Transfusionsmedizin angesiedelt.
Aplasie
Zustand des funktionsunfähigen Knochenmarks, das keine Blutzellen produzieren kann. Bezeichnet oftmals den Zustand von Krebspatienten mit sehr schlechten Blutwerten, die auf die Chemo- und Strahlentherapie zurückzuführen sind.
Autolog
Von autos (gr.), selbst aus dem Körper entstanden, nicht von außen eingebracht. Bei einer Stammzelltransplantation bedeutet dies, das die Stammzellen von dem Patienten selbst stammen.
Autologe Transplantation
Rückübertragung der eigenen, vorher entnommenen und tiefgefrorenen Blutstammzellen nach einer Behandlung, die das im Körper verbliebene Knochenmark zerstört hat.
Beckenkamm
Oberrand des Beckenknochens
Bestätigungstypisierung Biopsie
Entnahme einer Gewebeprobe zur weiteren feingeweblichen Untersuchung zu diagnostischen Zwecken
Blasten
Unreife Vorstufen der weißen Blutkörperchen
Blastenschub
Phase des Übergangs einer chronischen Leukämie in ein akutes Stadium
Blutgruppe
Die ersten und wichtigsten Blutgruppen wurden 1901 von Karl Landsteiner entdeckt und werden heute mit A, B, AB und 0 bezeichnet. Diese und andere Blutgruppen spielen vor allem bei der Transfusion roter Blutkörperchen (Erythrozyten) eine wichtige Rolle, sind aber für die Transplantation von Blutstammzellen so gut wie ohne Bedeutung.
Blutkörperchen
Feste Bestandteile des Blutes, vor allem Erythrozyten (rote Blutkörperchen), Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und Thrombozyten (Blutplättchen)
Blutkrebs
Umgangsprachlich für Leukämie
Blutplasma
Als Blutplasma bezeichnet man den flüssigen Anteil des Blutes. Es macht etwa 55 % der Gesamtmenge des Blutes aus. In ihm schwimmen die Blutzellen. Das Blutplasma setzt sich zu mehr als 90 % aus Wasser und Eiweißkörpern zusammen.
Blutplättchen Blutstammzellen
Zellen, aus denen sich nach heutiger Vorstellung alle im Blut vorkommenden Zellen – Erythrozyten, Leukozyten oder Thrombozyten – entwickeln. Sie finden sich bei Erwachsenen fast ausschließlich im Knochenmark. Durch eine medikamentöse Vorbereitung des Spenders können die Blutstammzellen in großer Zahl in den normalen Blutkreislauf eingeschwemmt werden, so dass ihre Entnahme aus dem peripheren Blut möglich wird.
Blutstammzellapherese
siehe Apherese
B-Lymphozyten
Gehören zu den Leuzkozyten (weißen Blutkörperchen) und sind für die Immunantwort des Körpers gegen Krankheitserreger zuständig.
BMDW
Die Abkürzung BMDW steht für „Bone Marrow Donors Worldwide“ mit Sitz in Leiden (NL). Hier werden kondensierte Daten aller Spender weltweit in regelmäßigen Abständen gesammelt. Zu Beginn einer Spendersuche kann für einen Patienten hier relativ einfach ermittelt werden, in welchem Register wie viele potentielle Spender vorhanden sind. Die detaillierten Daten der jeweiligen Spender können dann gezielt über die nationalen Register angefordert werden.
Chemotherapie
Eine Therapie von Krebserkrankungen oder Infektionen mit künstlich hergestellten chemischen Substanzen. Umgangssprachlich ist jedoch meist die Behandlung von Krebs gemeint. Die bei der Chemotherapie verwendeten Stoffe sollen das Wachstum oder die Vermehrung der krankheitsverursachenden Zellen stören oder diese möglichst gezielt abtöten. Bei der Behandlung bösartiger Erkrankungen bieten die häufig und schnell ablaufenden Teilungszyklen der Tumorzellen zahlreiche, empfindliche Angriffpunkte. Dort ansetzende Krebsmedikamente, die die Zellteilung stören, werden auch Zytostatika genannt. (siehe Konditionierung).
Chromosom
Träger der Erbinformation im Zellkern
chronisch
Über längere Zeit bestehend bzw. verlaufend
CLL
Die chronische lymphatische Leukämie ist die in der westlichen Welt am häufigsten vorkommende Leukämieform und tritt vor allem im höheren Lebensalter auf.
CML
Die chronisch myeloische Leukämie ist die zweihäufigste Form bei den chronischen Leukämien. Die weißen Blutkörperchen, insbesondere die Granulozyten und ihre Vorstufen, treten dabei stark vermehrt im Blut und im Knochenmark auf.
CT
Abkürzung für Confirmatory Typing (Bestätigungstypisierung). Kontrolluntersuchung im Rahmen der Spendersuche. Es wird hierbei noch einmal überprüft, ob die HLA-Merkmale von Spender und Patient übereinstimmen. Oftmals wird gleichzeitig eine Infektionsserologie (z.B. Hepatitis C und HIV) durchgeführt.
Datenschutz
Im ZKRD werden von den Spendern lediglich die für eine Suche relevanten Daten, wie etwa die HLA-Merkmale, Alter, Geschlecht und die ihn betreuende Datei unter einer Nummer gespeichert. Die personenbezogenen Daten verbleiben – unter Berücksichtigung des Datenschutzes – bei den einzelnen Spenderdateien.
DNA
Die Desoxyribonukleinsäure (DNA) kodiert die Erbinformation im Chromosom. Es ist ein Biomolekül, das in allen Lebewesen und einigen Viren vorkommt.
DRST Deutsches Register für Stammzelltransplantation
Das DRST dokumentiert die in Deutschland durchgeführten autologen und allogenen Transplantationen von Blutstammzellen und trägt zur Qualitätssicherung in diesem Bereich bei. Wissenschaftliche Projekte auf nationaler und internationaler Ebene werden von ihm unterstützt. Das ZKRD beherbergt die Datenzentrale des DRST und unterstützt es mit seiner Infrastruktur und seiner technischen Kompetenz.
DR-Typisierung
Weitergehende Typisierung der Gewebemerkmale eines registrierten Spenders, nachdem in den bereits zuvor bestimmten Merkmalen (HLA-A, HLA-B, HLA-C) eine Übereinstimmung mit denen des Patienten gefunden worden ist. Der Name leitet sich von dem HLA-DR ab, welches bei dieser Typisierung untersucht wird.
EBMT European Group of Blood and Marrow Transplantation
Die EBMT wurde 1974 mit dem Ziel gegründet, den Erfahrungsaustausch zwischen Ärzten und Wissenschaftlern und die Durchführung klinischer Studien im Bereich der Blutstammzelltransplantation zu ermöglichen. Die im ZKRD beheimatete Datenzentrale des DRST leitet im Rahmen seiner Aufgabenstellung die erfassten Daten an die Datenbank der EBMT zur Unterstützung internationaler wissenschaftlicher Studien weiter.
EMDIS
European Marrow Donor Information System. Dezentrales Kommunikationssystem. Die Teilnehmer kommunizieren miteinander direkt über Punkt-zu-Punkt-Verbindungen. Es deckt alle Schritte im Rahmen der Spendersuche von einer Erstanfrage über den Versand ständig aktueller Spenderlisten und den Austausch von Aufträgen und Ergebnissen bis hin zur Knochenmarkentnahme ab. Die Kommunikation erfolgt über standardisierte Nachrichten, die über ein zusätzlich abgesichertes E-Mail-Protokoll ("EMDIS Communication System") ausgetauscht werden. Ursprünglich für Europa entwickelt beteiligen sich inzwischen auch Register in den USA und Australien.
Erythrozyten
Rote Blutkörperchen. Sie bestehen zu 30 Prozent aus Hämoglobin, einem großen Eiweißmolekül, das den für den Sauerstofftransport verantwortlichen roten Blutfarbstoff umschließt. Wie alle Blutzellen werden die Erythrozyten im Knochenmark der Hüftschaufeln und der langen Röhrenknochen gebildet.
Fremdspende
Im Gegensatz zur Spende von Blutstammzellen durch einen Verwandten – meist ein Geschwister des Patienten – wird die Spende von einer mit dem Patienten nicht verwandten Person auch als Fremdspende bezeichnet.
G-CSF
G-CSF ist die Abkürzung des englischen "Granulocyte-Colony Stimulating Factor". G-CSF ist ein hormonähnlicher Stoff, der vom Körper bei jeder Infektion hergestellt wird. Er bewirkt die Ausschwemmung der Blutstammzellen aus dem Knochenmark in das Blut. Seit einigen Jahren kann dieser Wachstumsfaktor künstlich hergestellt werden und wird vor einer peripheren Stammzellentnahme dem Spender über einen Zeitraum von etwa vier Tagen verabreicht.
GerMIS
GerMIS (German Marrow Donor Information System) ist ein vollautomatisiertes elektronisches Informationsnetz für die Suche nach einem nicht verwandten Spender. GerMIS ermöglicht einen möglichst schnellen und effektiven Datenaustausch zwischen den an der Spendersuche wesentlich beteiligten Einrichtungen in Deutschland. Im aktuellen GerMIS kommunizieren dezentrale Datenbanken in Sucheinheiten und Spenderdateien asynchron über verschlüsselte und besonders abgesicherte Protokolle mit dem zentralen System im ZKRD.
Gewebemerkmale Gewebetyp
Als Gewebetyp werden die individuellen Gewebemerkmale (HLA-Merkmale) einer Person bezeichnet. Diese Gewebemerkmale werden in einem HLA-Labor bestimmt.
Gewebetypisierung
Eine Gewebetypisierung ist eine aufwendige Laboruntersuchung, die in der Regel an einer Blutprobe durchgeführt wird. Dabei werden verschiedene Merkmale bestimmt, die zusammen eine Art Blutgruppe der weißen Blutkörperchen ergeben. Von besonderer Bedeutung sind dabei die HLA-Merkmale A, B, DRB1 und DQB1. Für jedes davon gibt es in grober Auflösung bis zu 50 verschiedene Formen, von denen ein Mensch in der Regel zwei besitzt, die er jeweils von Vater und Mutter geerbt hat. Schon damit ergeben sich theoretisch Millionen von Kombinationsmöglichkeiten, wobei mit moderneren Methoden zur Feintypisierung noch sehr viel mehr Varianten unterschieden werden können.
Granulozyten
Zu den weißen Blutkörperchen gehörende Zellen, die für die Immunantwort zuständig sind.
Graft-Versus-Leukemia-Effekt (GvL)
Graft-Versus-Leukemia- Effekt bezeichnet die Reaktion des Transplantates gegen die Leukämie. Die Immunzellen des Spenders greifen die Leukämiezellen im Empfänger an.
Graft-versus-Host Disease (GvHD)
Graft-versus-Host Disease bezeichnet die Reaktion des Transplantates gegen den Empfänger. Das mit der Fremdspende transplantierte Immunsystem des Spenders erkennt die Körperzellen des Empfängers als fremd und reagiert dagegen.
Hämoglobin
Hämoglobin ist der Farbstoff der roten Blutkörperchen und verantwortlich für die Bindung und den Transport von Sauerstoff.
HLA
HLA ist eine Abkürzung für den englischen Begriff „Human Leukocyte Antigen“. Dabei handelt es sich um Oberflächenmerkmale, die sich auf den weißen Blutkörperchen und den meisten anderen Körperzellen finden. Durch sie kann das Immunsystem eigenes von fremdem Gewebe unterscheiden. Sie sind entscheidend für die Gewebeverträglichkeit bei Transplantationen. Im Rahmen einer Typisierung werden daher die HLA-Merkmale bestimmt.
HLA-Merkmale
HLA ist eine Abkürzung für den Begriff „Humane Leukozyten Antigen(e)“. Dabei handelt es sich um Oberflächenmerkmale, die sich auf den weißen Blutkörperchen und den vielen anderen Körperzellen finden. Mit ihrer Hilfe kann das Immunsystem nicht nur Krankheitserreger erkennen, sondern auch eigenes von fremdem Gewebe unterscheiden. Für Transplantationen von Blutstammzellen sollten diese Merkmale möglichst vollständig übereinstimmen. Oftmals werden die HLA-Merkmale auch als Gewebemerkmale bezeichnet.
HLA-Mismatch
Die HLA-Merkmale von Spender und Empfänger stimmen nicht vollständig überein, sondern weisen ein oder mehrere Unterschiede auf.
HLA-System
Ein für die Immunabwehr wichtiges Regulationssystem des Organismus. Die HLA-Typisierung ist bei der allogenen Transplantation extrem wichtig. Je ähnlicher das HLA-System des Spenders dem des Patienten ist, desto größer ist die Chance einer erfolgreichen Transplantation.
HLA-Typisierung
Bestimmung der bestimmter Gewebemerkmale des HLA-Systems für die Stammzelltransplantation.
Immundefekt
Unterschiedliche Erkrankungen des Immunsystems, die gekennzeichnet sind durch eine vorübergehende oder irreversible Schwächung der Abwehrfunktion, also der Fähigkeit, sich gegen eindringende Krankheitserreger zu wehren, werden als Immundefekt bezeichnet. Immundefekte können sowohl angeboren sein oder im Verlauf einer anderen Erkrankung (wie z.B. Leukämie) vorkommen.
Immungenetik
Die Wissenschaft von der Bestimmung, Funktion und Vererbung der Gewebemerkmale.
Immunsystem
Gleichbedeutend mit Abwehrsystem. Ein System, das den Körper in die Lage versetzt, Infektionen abzuwehren und das ihn befähigt, zwischen eigenem und fremdem Gewebe zu unterscheiden.
Infektionsmarker
Anhand der Infektionsmarker wird überprüft, ob eventuell bestimmte Infektionen vorliegen, die möglicherweise die Genesung des Patienten beeinträchtigen könnten. Die Infektionsmarker werden mittels einer Blutprobe bestimmt.
Knochenmark
Das (rote) Knochenmark ist eine komplexe Struktur aus Zellen und Geweben, die sich in den großen Knochen des Körpers findet. Hier werden ständig alle im Blut vorkommenden Zellen neu gebildet. Das Knochenmark ist in der Lage, sich selbst zu regenerieren, so dass der bei einer Transplantationen entnommene Teil in nur wenigen Wochen ersetzt ist. Das Knochenmark ist streng zu unterscheiden vom Rückenmark, das ein Teil des zentralen Nervensystems ist und nie transplantiert wird.
Knochenmarkaplasie
Ausgeprägte Verminderung aller Blutzellen und deren Vorstufen im Knochenmark.
Konventionelle Knochenmarkspende
Bei der konventionelle Knochenmarkspende werden unter Vollnarkose etwa 1-1,5 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenkamm entnommen. Der Körper bildet das entnommene Knochenmark innerhalb weniger Wochen wieder nach.
Knochenmarkpunktion
Gewinnung von Knochenmark zu Untersuchungszwecken durch Punktion (= Einstechen) mit einer Kanüle.
Knochenmarktransplantation (KMT)
Übertragung der aus dem Knochenmark eines gesunden Spenders gewonnen Blutstammzellen auf einen Patienten. Voraussetzung ist die Übereinstimmung der HLA-Gewebemerkmale. Das Knochenmark des Patienten wird eine Woche vorher durch Chemotherapie (oft kombiniert mit Bestrahlung) zerstört. Gleichzeitig wird das Abwehrsystem unterdrückt, um Abstoßungsreaktionen nach der Transplantation zu vermeiden. Nach dieser Behandlung verfügt der Patient über keinerlei Abwehrkräfte mehr und kann ohne die Blutstammzellen des Spenders nicht mehr überleben.
Konditionierung
Vor der Transplantation von Blutstammzellen wird das Knochenmark des Patienten mit Hilfe einer Chemotherapie, oft auch in Verbindung mit einer Bestrahlung, zerstört. Dies soll einerseits die bösartigen Zellen im Körper des Patienten so weit als möglich eliminieren, andererseits auch sicherstellen, dass die vom Spender übertragenen Zellen anwachsen können und nicht von einer Übermacht von Zellen des Patienten abgestoßen werden.
Leukämie
Rudolf Virchow, Arzt an der Berliner Charité, beschrieb 1845 als erster das Krankheitsbild der Leukämie und gab ihr diesen Namen. Er bedeutet „Weißblütigkeit“ und geht auf die milchige Verfärbung des Blutes der Patienten zurück, die von einer starken Vermehrung von weißen Blutkörperchen herrührt. Bei dieser Flut von Leukozyten handelt es sich um unausgereifte und funktionsuntüchtige Vorstufen, die zudem die Bildung normaler Blutzellen aller Arten im Knochenmark verdrängt. Zu dem bunten Kreis der Symptome der Leukämie zählen Blässe, Schwäche, Blutungsneigungen, spontane blaue Flecken und eine Anfälligkeit für Infektionen, die aber alle in keiner Weise spezifisch für die Leukämie sind. Abhängig vom Verlauf der Krankheit unterscheidet man akute und chronische Leukämien sowie viele weitere Unterarten anhand der betroffenen Zelltypen und ihrer Eigenschaften.
Leukozyten
Weiße Blutkörperchen. Ihre Hauptaufgabe ist die Abwehr von Krankheitserregern. Unter dem Begriff Leukozyten werden viele verschiedene Arten von Zellen (Granulozyten, Lymphozyten und Monozyten) zusammengefasst. Sie werden sowohl im roten Knochenmark der langen Röhrenknochen als auch im Lymphsystem gebildet.
Lymphom
Sammelbegriff für Lymphknotenvergrößerungen und Tumoren des Lymphgewebes. Zu unterscheiden sind gutartige Lymphome nach Infektionskrankheiten durch Ausdruck einer Abwehrtätigkeit von bösartigen (malignen) Lymphomen.
Lymphozyten
Zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten) gehörende Zellart, die für die Abwehrreaktionen des Körpers gegen Krankheitserreger zuständig ist. Zu unterscheiden sind B-Lymphozyten und T-Lymphozyten.
Matchliste
Das ZKRD erstellt mit Hilfe seines Matching-Programms OptiMatch® für jeden Patienten eine Matchliste. Auf dieser sind potentiell geeignete Spender aufgelistet. Je wahrscheinlicher es ist, dass ein Spender passen könnte, desto weiter oben steht er auf der Liste.
Matching
Abgleich der HLA-Gewebemerkmale des Patienten mit denen der Spender.
Monozyten
Gruppe von weißen Blutkörperchen, die Bakterien bekämpfen können.
Myelom
Bösartige Knochenmarksgeschwulst
Myeloisch
Das Knochenmark betreffend
Nabelschnurblut
Als Nabelschnurblut (Plazentarestblut) bezeichnet man das nach der Abnabelung des Kindes noch in der Nabelschnur und in der Plazenta (Mutterkuchen) befindliche kindliche Blut. Nabelschnurblut ist reich an Blutstammzellen, da es im letzten Schwangerschaftsdrittel zu einer „Wanderung“ der kindlichen Blutbildung kommt. Die Blutbildung des Fötus erfolgt zunächst in Leber und Milz, wird dann aber in das Knochenmark verlagert. Diese Wanderung erfolgt über den Blutkreislauf des Kindes. Aus diesem Grund finden sich zum Zeitpunkt der Geburt im Blut des Kindes und damit auch im Restblut von Nabelschnur und Plazenta außergewöhnlich viele Stammzellen.
OptiMaS
OptiMaS (OptiMatch as a Service) ist ein in sich abgeschlossenes Computersystem (Black Box), das das OptiMatch-Verfahren des ZKRD für andere nutzbar macht. OptiMaS ist derzeit in Canada und Australien sowie beim weltweiten Register "Bone Marrow Donors Worldwide (BMDW)" im Einsatz.
OptiMatch(R)
Ein vom ZKRD entwickeltes Verfahren (Algorithmus), mit dem für unvollständig typisierte Spender aufgrund der Kenntnis der genetischen Zusammensetzung seiner Bevölkerung (sog. Haplotypfrequenzen) berechnet werden kann, mit welcher Wahrscheinlichkeit sie letztendlich zu einem Patienten passen werden.
Periphere Blutstammzellentnahme
Bei der peripheren Blutstammzellspende wird dem Spender für fünf Tage ein Wachstumsfaktor verabreicht. Dieser bewirkt den Übergang von Blutstammzellen ins Blut. Die Zellen werden dann dem Spender ähnlich wie bei einer Dialyse ambulant entnommen.
Peripheres Blut
Das in den Adern fließende Blut, in dem sich fast alle roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten) sowie zahlreiche weiße Blutkörperchen (Leukozyten) befinden. Nur nach einer medikamentösen Vorbehandlung mit einem Wachstumsfaktor finden sich beim gesunden Erwachsenen auch hier Blutstammzellen in einer für eine Transplantation ausreichenden Menge.
Register
Länder mit vielen im Bereich der Spende und Transplantation von Blutstammzellen aktiven Institutionen haben meist ein zentrales Register (englisch: hub), das die komplexen Prozesse bei Spendersuche und Transplantation koordiniert und erleichtert. In Deutschland wurde 1992 diese Aufgabe dem ZKRD (Zentrales Knochenmarkspender-Register für die Bundesrepublik Deutschland) übertragen. Hier werden die für die Suche wichtigen Daten aller freiwilligen Spender der regionalen und überregionalen Spenderdateien Deutschlands anonymisiert gesammelt. Im Rahmen der Spendersuche werden sie mit denjenigen des betroffenen Patienten verglichen und die potenziell geeigneten Spender an die Sucheinheit gemeldet. Aufgrund der Aufgabenstellung wird zwischen Register und Spenderdatei unterschieden, auch wenn manche Spenderdateien das Wort „Register“ in ihrem offiziellen Namen führen.
Remission
Remission ist die vorübergehende Abnahme oder das vorübergehende Verschwinden der Symptome der Krebserkrankung. Eine Heilung wird jedoch nicht erreicht. Es wird zwischen partieller Remission = teilweisem Verschwinden oder Verkleinerung von Tumoren und kompletter Remission = kein Tumor nachweisbar unterschieden.
Rückenmark
In der Wirbelsäule befindlicher Teil des zentralen Nervensystems, der nie transplantiert wird. Rückenmark wird in Deutschland aufgrund der Ähnlichkeit der Worte regelmäßig mit dem Knochenmark verwechselt. Auch nach Jahren der Aufklärungsarbeit passiert dies leider noch regelmäßig in Presse, Funk und Fernsehen und verunsichert unnötig Menschen, die sich eigentlich gerne als Spender zur Verfügung stellen würden.
Spenderdatei
Organisation, die freiwillige Blutstammzellspender wirbt und betreut (Spenderwerbung). Die Spenderdatei leitet die für die Suche wichtigen Daten anonymisiert an das ZKRD weiter. Sie lässt später im Auftrag des ZKRD weitergehende Untersuchungen an Spendern durchführen und betreut den Spender bis zur Durchführung der Spende von Knochenmark oder peripheren Blutstammzellen. Darüber hinaus steht sie dem Spender persönlich jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.
Spendersuche
Der komplexe Prozess, bei dem der passende Spender für einen schwerkranken Patienten gesucht wird. Dies geschieht vor allem durch zahlreiche, meist automatisierte Anfragen an Datenbanken und daraus resultierende genauere Nachuntersuchungen von in Frage kommenden Spendern. Die Kosten der Spendersuche werden vollständig von den Krankenkassen übernommen. Die Spendersuche ist klar zu unterscheiden von der Spenderwerbung.
Spenderwerbung
Spenderdateien machen Spenderwerbung, um neue Freiwillige als Stammzellspender zu gewinnen. Interessierte können sich selbst aktiv an eine Spenderdatei wenden oder sich aber bei einer Typisierungsaktion zu der über die Medien aufgerufen wird, registrieren zu lassen. Viele Blutspendedienste bieten auch die Möglichkeit, sich bei einer Blutspende gleichzeitig typisieren zu lassen.
Stammzellen
Hier: Blutbildende Stammzellen oder Blutstammzellen. Dies sind undifferenzierte oder wenig differenzierte Zellen. Aus diesen Mutterzellen entwickeln sich die verschiedenen Blutkörperchen. Normalerweise befinden sich diese Stammzellen im Knochenmark, insbesondere im Beckenkamm, im Brustbein und im Oberschenkelknochen.
Suchanfrage
Bitte um eine erste Übersicht über möglicherweise passende Spender. Eine Suchanfrage beim ZKRD stellt für deutsche Patienten eine zugelassene Sucheinheit, die von den behandelnden Ärzten mit der Durchführung der Spendersuche beauftragt wird. Für ausländische Spender kommen Suchanfragen meist von den Registern des Landes des jeweiligen Patienten oder von seiner Transplantationseinheit.
Sucheinheit
Meist an einer Universität oder einem Institut für Transfusionsmedizin angesiedelte organisatorische Einheit, die in Kontakt mit den behandelnden Ärzten, einem HLA-Labor und dem ZKRD für die Spendersuche verantwortlich ist.
Thrombozyten
Blutplättchen. Sehr kleine kernlose Blutzellen, die ein für die Blutgerinnung notwendiges Enzym, die Thrombokinase, enthalten. Bei kleinsten Verletzungen zerfallen die Thrombozyten, setzen das Enzym frei und leiten damit die Blutgerinnung ein. Sinkt die Anzahl der Thrombozyten unter 30.000 je l im Blut, besteht eine kritische Blutungsgefahr. Gebildet werden die Thrombozyten im roten Knochenmark.
Transplantation
In der Medizin wird die Verpflanzung menschlichen Materials von einem Individuum auf ein anderes als Transplantation bezeichnet. Trotz der Gleichheit der Bezeichnung „Transplantation“ und der Verflechtung der zugrundeliegenden gesetzlichen Regelungen muss man die Transplantation von Blutstammzellen streng von der von anderen Organen und Geweben oder sonstigen Körperteilen unterscheiden. Blutstammzellen sind ein regenerierendes Körpergewebe und werden von einem gezielt ausgewählten, meist erwachsenen Spender entnommen. Da nicht nur normale Körperzellen, sondern ein komplettes Immunsystem transplantiert wird, sind die Anforderungen an die Übereinstimmung der HLA-Merkmale viel höher und die medizinischen Gegebenheiten viel komplexer (allogene Transplantation, autologe Transplantation).
Transplantationszentrum
Das Transplantationszentrum ist für die Patientenbetreuung, -behandlung und für die Durchführung der Transplantation zuständig.
Typisierung
Bestimmung von Merkmalen (z. B. HLA-Typisierung = Bestimmung der HLA-Merkmale)
Wangenabstrich
Um die HLA-Merkmale eines potenziellen Stammzellspenders bestimmen zu können, ist seit neuestem keine Blutentnahme mehr notwendig. Es genügt nun, wenn mit einem Wattestäbchen ein Abstrich der Mundschleimhaut durchgeführt wird. Für spätere Untersuchungen vor einer Blutstammzellspende wird jedoch weiterhin eine Blutprobe des potenziellen Spenders benötigt.
Wachstumsfaktor
Substanzen, die nach Verabreichung die Vermehrung bestimmter Blutkörperchen im Körper steigern.
WMDA World Marrow Donor Association
Bei mehr als 40% aller nicht verwandten Transplantationen weltweit kommen Spender und Empfänger aus verschiedenen Ländern – mit weiter steigender Tendenz. Um diese internationalen Transplantationen zu erleichtern, wurde 1988 die WMDA ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist es, eine weltweite Harmonisierung von Standards auf hohem Niveau zu erreichen, damit der aufwändige Prozess der Suche und Spende für Patienten effizient und für Spender sicher abläuft. In den zahlreichen internationalen Arbeitsgruppen sind auch viele deutsche Vertreter sowohl vom ZKRD, als auch von seinen nationalen Partnern aktiv. (www.worldmarrow.org)
Zellseparator
Spezielles Gerät, welches das Blut mit Hilfe einer Zentrifuge in seine verschiedenen Bestandteile (in rote oder weiße Blutkörperchen und Blutplättchen) aufteilen kann. Damit können die Stammzellen aus dem zirkulierenden Blut getrennt werden, während die anderen Blutbestandteile dem Spender wieder zurück übertragen werden.
Zentralregister
In vielen Ländern ist die Suche nach einem Blutstammzellspender ähnlich wie in Deutschland organisiert. Mehrere Spenderdateien, die über das Land verteilt sind, melden die für die Suche relevanten Daten ihrer Spender an ein Zentralregister. Aufgrund der internationalen Vernetzung aller Zentralregister stehen diese Spender für alle Patienten weltweit zur Verfügung. Das Zentralregister koordiniert und prüft dabei alle Abläufe die die Spendersuche betreffen.
Zytapherese
Entfernung der Zellen aus dem Blut.
Zytostatika
Medikamente, die das Wachstum von Krebszellen hemmen, aber auch normale Gewebe schädigen können.